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Diakonie

Diakonie bedeutet ebenso wie Liturgie: christlicher Dienst. Wiewohl die beiden Ausdrücke im Neuen Testament nicht klar unterschieden werden, nennt man heute ausschließlich den christlichen Dienst der Liebe am Nächsten Diakonie im Unterschied zur Liturgie, dem „Gottesdienst” der Gemeinde. Beides war ursprünglich sehr eng miteinander verbunden. Die Gemeinde verwirklichte ihre gottesdienstliche Gemeinschaft im wechselseitigen Dienst des Alltags. Das Amt der Diakonen wurde aus dem priesterlichen Amt abgeleitet und blieb doch zugleich eng mit ihm verbunden. Der Diakon war in der Liturgie Helfer des Priesters. Später fand die Diakonie ihre Heimstätte in den Klöstern, die ihrer Umwelt beispielhaft vorlebten, wie aus der Liturgie ständig der praktische Dienst der Diakonie erwächst. Noch in den Kirchenordnungen der Reformationszeit war der Liebesdienst des Diakonen in der Gemeinde in diesem Dienst am Altar verwurzelt.

Die Innere Mission der evangelischen Kirche, in der Diakone und Diakonissen beispielhaft und stellvertretend für die ganze Kirche den Dienst der Liebe ausüben, war in ihren Ursprüngen nicht so stark an die Liturgie als die Quelle der christlichen Liebe gebunden. Daraus erwuchsen ihr in der Gegenwart mancherlei Gefahren. Diese Gefahren werden in dem Maße überwunden, als die lebendige Gegenwart des Auferstandenen in Wort und Sakrament wieder zur tragenden Mitte alles kirchlichen Dienstes wird, „damit die Heiligen zugerichtet werden zum Werk der Diakonie, dadurch der Leib Christi erbauet werde” (Eph. 4, 12).

Das Gottesjahr 1941, S. 29-30
© Johannes Stauda-Verlag Kassel

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© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 12-12-06
 

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